„verdächtige Menschen“

In einem heute (9. Juni 2016) veröffentlichten Interview mit Deutschlandfunk-Redakteur Dirk-Oliver Heckmann hat Bundesinnenminister Thomas de Maizière Kritik am geplanten Anti-Terror-Gesetz zum besseren Informationsaustausch zwischen den europäischen Geheimdiensten zurück gewiesen. Es gehe darum, „dass wir“, so der Minster wörtlich, „verdächtige, nicht unschuldige Bürger, verdächtige Menschen, die in Gefahr stehen, terroristische Anschläge zu begehen, dass wir deren Daten gemeinsam mit anderen austauschen.“

Man muss kein Gegner dieses Gesetzentwurfs sein, um sich ehrlicherweise einzugestehen, dass das, was der Minister dort ausdrückt, nur eine Absicht sein kann.

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Schlechte Nachrichten

Ich bin seit Jahrzehnten bekennender Stammhörer des Deutschlandfunks und auch der Deutschlandfunk-Nachrichten. Mit den „Informationen am Morgen“ beginnt mein Tag. Auch die Sendung „Essay und Diskurs“ höhre ich sonntagsmorgens manchmal gerne. „Klassik-Pop-et Cetera“ lasse ich sonnabendsmorgens ohnehin nur ungerne ausfallen. Der Sender und seine Redakteure stehen bei mir einfach in hohem Ansehen.

Die Ausnahme bildet die Nachrichtenredaktion.
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Das Wahrheitsministerium …

… hätte das niemals durchgehen lassen.

Anschutz Arena
Kleines Relikt aus uralter Zeit. Für die Neuauflage benötigt die Kommune ein deutlich größeres Schild.

Wie soll ich die Musik- oder Mehrzweckhalle neben Berlins Ostbahnhof eigentlich nennen? Will ich, dass nacheinander der Telefonica-Konzern mir sagt, das Gebäude heißt „o2-World Berlin“, dann – seit vergangenem Jahr – die Daimler Benz AG mir und zum Beispiel auch der Wikipedia vorschreibt, es „Mercedes-Benz-Arena“ zu nennen? Obwohl der Bauherr und Betreiber des Gebäudes eine Firma des bereits mit goldenem Löffel im Mund auf die Welt gekommenen US-Milliardärs und Ölmagnaten Philip Frederick Anschutz ist, der lediglich die Namensrechte nacheinander an Telefonica und an Daimler verhökern ließ? Das Wahrheitsministerium … weiterlesen

Einfach nur bescheuert

Heute Vormittag gab der Bund der Steuerzahler in Berlin eine Pressekonferenz. Präsident Reiner Holznagel verkündete, dass der von seinem Verein so genannte „Steuerzahler-Gedenktag“ im Kalenderjahr 2015 auf den 11. Juli fällt. Erst ab übermorgen um 6:14 Uhr dürften die Bürger endlich wieder für das eigene Portemonnaie arbeiten. Grund: Die „volkswirtschaftliche Einkommensbelastungsquote“ hätte ein Niveau von 52,4 Prozent erreicht.

Grober Unfug.

Natürlich stimmt das nicht. Einfach nur bescheuert weiterlesen

Eine E-Mail von Theo Sommer

Wie kam es zur Filbinger-Affäre? Anlässlich des Todes von Fritz J. Raddatz hielt ich Anfang April an dieser Stelle eine Besonderheit aus einer Redaktionskonferenz der ZEIT Ende April 1978 fest. Es ging um die Veröffentlichung des berühmt gewordenen Satzes des Schriftstellers Rolf Hochhuth in der ZEIT, in der Hochhuth Filbinger als „furchtbaren Juristen“ bezeichnete und damit den Sturz des damaligen baden-württembergischen Ministerpräsidenten einleitete. Das bislang nicht öffentlich bekannte Detail war, dass dieser Text ohne Zustimmung und sogar ohne Wissen von Theo Sommer, dem damaligen Chefredakteur, in der ZEIT veröffentlicht worden war. Eine E-Mail von Theo Sommer weiterlesen

Raddatz‘ Beitrag zu Filbingers Sturz

Ende Februar ist Fritz J. Raddatz gestorben. Ich habe inzwischen einige Nachrufe über ihn gelesen. In keinem steht etwas zu der besonderen Rolle, die Raddatz als Feuilletonchef der Wochenzeitung DIE ZEIT bei der Entstehung der Filbinger-Affäre ausübte. Es gibt da ein noch nicht erzähltes und nicht ganz unwesentliches Detail. Ohne eine krass regelwidrige Eigenmächtigkeit von Raddatz am Chefredakteur vorbei wäre es nicht zu Filbingers Sturz gekommen. Raddatz‘ Beitrag zu Filbingers Sturz weiterlesen